Geladen

Als ich in den Hof einfahre um das Auto abzustellen, werde ich von dem Gebell eines Hundes empfangen. Ich steige aus dem Auto, da kommt Tatze auch schon freudig auf mich zugelaufen um mich zu begrüßen. Wir haben uns lange nicht gesehen.

Ein paar Jahre ist es nun her, seit ich von dem Kunst-Sammler-Paar beauftragt wurde ein Portrait ihres Familienhundes Tatze zu malen. 

Tatze ist nicht nur ein Familienhund sondern auch ein begabter Entertainer. 

So passte Tatze damals den Moment ab, in dem er unser aller Aufmerksamkeit hatte. Zuerst legte er seinen roten Spielknochen auf dem Wohnzimmerteppich zurecht. Dann warf er sich rücklings auf den Teppich und begann sich an diesem zu reiben. Nach einer Weile sprang er dann wieder auf, lief zu einem Sessel mit einer verchromten Armlehne und näherte sich dann mit seiner Nase dem Stahlrohr, bis es bizzelte. Ein Ritual welches er wohl immer wieder wiederholte.

Als ich Tatze so beobachtete entschied ich mich für eine comic-kubistische Darstellung.

Und eben als ich das Haus betrete begrüßt mich Tatze ein zweites mal, diesmal zwinkert mir Tatze aus dem Bild an der Wand zu.

Es ist ein bewegender Augenblick, Tatze und all die anderen Bilder, die ich einst gemalt hatte in dem Haus zu sehen. Schön gerahmt und jedes an einem besonderen Platz, es sind gesammelte Werke aus allen Schaffensperioden meines Lebens bis heute.

Gut, das es Kunst-Sammler und Freunde gibt.

Portrait Francis Rossi (Status Quo)

Francis Rossi (Status Quo) © Diethard Sohn

Es war das Jahr 2007. Ich lernte Francis Rossi in London kennen. Ein Freund arrangierte das Treffen. Es war eine sehr freundliche und lustige Begegnung. Nach der Begrüßung betraten wir sein damaliges Haus. Mein Plan war es ein paar Fotos zu machen. Diese wollte ich dann als als Vorlagen für das Portrait zu nutzen. Es war davon auszugehen, dass Rossi keine Zeit haben würde um mir Model zu sitzen.
Wir sprachen ein wenig, dann packte ich den Fotoapparat aus. Damals hatte ich so eine Sony 2000F. Es war eine digitale Kamera mit Sucherschacht, ähnlich wie man es früher bei einigen 6 x 6 Kameras kannte. Das hat den Vorteil, dass man dem Anderen nicht ständig nur mit Kamera im Gesicht gegenübersteht.
Während ich die Kamera in Gang brachte scherzte mein Gegenüber und erzählte Geschichten..
Inzwischen befanden wir uns in der Küche seiner damaligen Villa. Als ich zu fotografieren anfing begann Rossi sich auszuziehen.
Gerade als er davon erzählte, dass sich fit halte und eifrig trainiere, und dabei seinen Bizeps mit gespielt wichtiger Mine anspannte .. klopfte es und die Tür ging auf. Seine Frau warf einen Blick in den Raum, sah uns da so sitzen, schüttelte kurz den Kopf und verschwand gleich wieder – wir sahen uns an. Etwas später erzählte Francis Rossi von Konzerten in Deutschland. Speziell von einem Konzert in Sindelfingen.
Irgendwann fragte er: „Diethard, welche Bedeutung hat dieser Name?“

.. Das war der Augenblick, den ich damals versucht habe in diesem Portrait einzufangen.

Francis Rossi (Status Quo) © Diethard Sohn
Francis Rossi (Status Quo) Diethard Sohn 2007 Acryl auf Leinwand 55 x 70 cm