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Comic-Kubismus

Seine eigene Kunstsprache: Den Comic-Kubismus entwickelte Diethard Sohn bereits zu Beginn der Neunziger Jahre. Der Begriff “Comic-Kubismus” wurde 2004 von Fred Feuerbacher im Zusammenhang mit den Gemälden von Diethard Sohn bei einer Eröffnungsrede einer Ausstellung verwendet.

Die Stilbegriffe Comic und Kubismus überschneiden sich in ihren formalen Ansätzen in Sohns Kunstsprache.

Der Comic zeichnet sich durch die Mittel von Linie und Fläche aus, wobei der Raum ebenfalls durch die Fläche definiert wird.

Die plakative Wirkung wird zusammen mit dem synthetischen Kubismus, der gleichzeitigen und überlagerten Darstellung unterschiedlicher Ansichten oder Perspektiven, genutzt, um kontrastreiche Aussagen über das Motiv oder Erlebnisse zu treffen. Das Motiv wird zu einer bildhaften Symbiose aus alltäglichen Erlebnissen und Träumen sowie aus Linien, Farben und Strukturen.

© Diethard Sohn

Die Wurzeln des Comic-Kubismus

Man hat den Kubismus mathematisch, geometrisch, psychoanalytisch zu erklären versucht. Das ist pure Literatur. Der Kubismus hat plastische Ziele. Wir sehen darin nur ein Mittel, das auszudrücken, was wir mit dem Auge und dem Geist wahrnehmen, unter Ausnützung der ganzen Möglichkeiten, die in den wesenhaften Eigenschaften von Zeichnung und Farbe liegen. Das wurde uns eine Quelle unerwarteter Freuden, eine Quelle der Entdeckungen.”

Pablo Picasso

Kaugummi und Coca-Cola

Seine Kindheit in den 60er Jahren war wie die so vieler Anderer seiner Generation geprägt von Comic-Figuren, der Pop-Art, von Kaugummi und Coca-Cola. Doch während andere Kinder sich in der Schule mit Englisch, Latein oder Physik plagten, nutzte Sohn jede Minute seiner Schulzeit um zu zeichnen, und zwar Comics.

Vorbilder und Inspiration

Selbstverstädlich spielt der Kubismus mit all seinen allgemein bekannten Vertretern eine Rolle für das Schaffen von Diethard Sohn. Aber auch Werke von Henry Matisse oder Comiczeichnern wie Uderzo oder Disney sind für die Entwicklung des Comic-Kubismus von Bedeutung.

Das Studium

Während seines Studiums an der Merzakademie zeichnete Sohn dann auch Figuren wie z.B. Tick, Trick und Track oder Donald Duck für Kinowerbespots. Das war eine recht lukrative Wochenendarbeit. Diese Arbeiten mit bekannten Comic-Figuren blieben die Ausnahme. Zu dieser Zeit entstanden auch einige mystisch und surreal anmutende Bleistiftzeichnungen sowie etliche Naturstudien.

Die ersten comic–kubistischen Bilder

Anfang der 90er Jahre malte Sohn dann seine ersten comic-kubistischen Bilder. In ihnen nahm nicht mehr die Figur die Hauptrolle ein, sondern vielmehr das Wechselspiel der unterschiedlichen Perspektiven, der farbigen Flächen, der Linien und Strukturen.

“Diethard Sohn entwickelte so seinen Comic-Kubismus zu einem ganz eigenem Stil. Die expressiven Arbeiten finden ihren Ursprung weder in Fotos noch sonst irgendwelchen Vorlagen, sondern sie entspringen seiner eigenen Vorstellungswelt und Intuition.”

Ronald Reder, London

Realismus und Abstraktion

Später wurden diese zum Teil so abstrakt, dass schliesslich keine ganzen Figuren mehr erkennbar waren, sondern lediglich die Linien und Formen an Comic erinnerten. Von da an begann ich meinen Comic-Figuren realistische Elemente beizufügen. Inzwischen vermengen sich realistisch anmutende Elemente mit comichaften Formen. Es entstehen neue Ästhetische Elemente und auch surreale Szenerien.

@Diethard Sohn 2020
Fish Vision (Detail Ausschnitt)