Darksider

Der Mützentanz

Acryl auf Papier · ca. 25 x 30 cm · 2009

Der Mützentanz, Acryl auf Papier, 2009, von Diethard Sohn
© 2026 Diethard Sohn

Die Mütze auf seinem Kopf hat sich verselbstständigt. Während der Mann regungslos ins Ungewisse blickt, vollführt sie über ihm einen ausgelassenen Tanz – komisch, rätselhaft und zugleich ein wenig beunruhigend.

Werksbeschreibung

In „Der Mützentanz“ erscheint ein bärtiger Mann im Profil, fest eingeschlossen zwischen seinem hochgestellten Kragen und einer übergroßen rosa Mütze. Während die Figur nahezu regungslos verharrt, scheint die Kopfbedeckung ein Eigenleben zu entwickeln. Ihre langen, geschwungenen Ausläufer ragen in verschiedene Richtungen und wirken beinahe wie Arme und Beine, die sich über dem Kopf zu einem ausgelassenen Tanz formieren. 

Der starre Blick des Mannes steht in deutlichem Gegensatz zur Beweglichkeit der Mütze. Eine blaue, maskenartige Form umschließt sein weit geöffnetes Auge und verstärkt den Eindruck von Verwunderung und innerer Anspannung. Er scheint die Bewegung über sich wahrzunehmen, ohne ihr ausweichen oder sie kontrollieren zu können. Das Vertraute – eine einfache Kopfbedeckung – verwandelt sich so in eine eigenständige, rätselhafte Erscheinung.

Kräftige Farbflächen bestimmen die Komposition. Das leuchtende Rosa der Mütze, das Orange und Braun der Kleidung sowie das intensive Blau hinter der Figur heben sich scharf vom dunkelroten Grund ab. Die Farben erzeugen keinen naturalistischen Raum, sondern eine psychische Bühne, auf der sich Bewegung, Wahrnehmung und Vorstellung überlagern.

Als Arbeit aus der Werkgruppe Darksider bewegt sich „Der Mützentanz“ zwischen Komik und Unbehagen. Die Mütze wirkt zunächst verspielt, zugleich aber auch beherrschend. Sie tanzt nicht vor dem Mann, sondern unmittelbar auf seinem Kopf – wie ein Gedanke, ein Traum oder eine innere Unruhe, die sich verselbstständigt hat. Das Bild macht aus einer absurden Situation ein Sinnbild für den Moment, in dem das Eigene plötzlich fremd erscheint.

Das Werk entstand 2009 in Acryl auf Papier und misst etwa 25 × 30 cm. Es befindet sich in einer privaten Sammlung.