Ein eindringliches Quittenporträt, in dem eine dunkle, gezeichnete Oberfläche Wachstum, Alterung und Vergänglichkeit sichtbar macht.
In „Quitte MUS-06“ wird die fortgeschrittene Veränderung einer Quitte zum zentralen Bildthema. Die dunkle, braun-violette Frucht ist von zahlreichen hellen, reliefartig wirkenden Spuren überzogen. Ihre Oberfläche erinnert an eine gewachsene Landschaft oder an gealterte Haut. Große grüne, gelbliche und bereits braun gewordene Blätter umgeben den Körper der Frucht.
Die starke Gegenüberstellung von vitalen Blattfarben und dunkler, veränderter Fruchtschale verdichtet Wachstum und Verfall in einem einzigen Bild. Das Motiv wird dabei weder beschönigt noch dramatisiert. Die Spuren des Alterns erhalten dieselbe präzise malerische Aufmerksamkeit wie Form, Licht und Farbe.
Das Werk entstand 2025 in Eitempera auf klassischem Kreidegrund auf einer Holztafel. Durch den sorgfältigen Schichtenaufbau entsteht eine ungewöhnlich differenzierte, beinahe tastbare Oberfläche. „Quitte MUS-06“ gehört zu den Arbeiten, in denen der Porträtgedanke besonders deutlich hervortritt: Individualität zeigt sich nicht trotz, sondern gerade durch Verletzung, Veränderung und Vergänglichkeit.
